Nach Präsenzdienst und einjähriger Tätigkeit als Medizinalprakikant an der HNO-Klinik begann ich 1987 meinen Turnus an der Universitäts-Klinik Innsbruck.
Um möglichst viel praktische Erfahrungen im direkten Kontakt mit Patienten zu sammeln, versuchte ich so oft wie möglich in den Ambulanzen der jeweiligen Klinik zu arbeiten.
Meine Akupunkturkenntisse konnte ich leider nicht anwenden, jedoch bildete ich mich weiter auf dem Gebiet der TCM fort.
1990 erhielt ich das Jus practicandi.
Die Zeit an der Klinik war für mich sehr wichtig. Ich zog damals folgende Schlussfolgerungen:
> das wissenschaftliche Modell der Schulmedizin ist analytisch-reduktionistisch
> unser schulmedizinisches Wissen ist immens und von einem Einzelnen nicht mehr beherrschbar
> Schulmediziner sind von ihrer Medizin überzeugt, da sie sich auf wissenschaftliche Studien beziehen
> wissenschaftliche Studien werden zum Großteil von der Pharmaindustrie finanziert
> es geht in der Schulmedizin nicht nur um den Patienten, sondern auch um Profit, Macht und Eitelkeiten
> die Leistungen der Schulmedizin sind in gewissen Bereichen außerordentlich
> es gibt hervorragende Schulmediziner
> Schulmediziner haben Probleme, ihren Anspruch auf das Bild der "Götter in Weiß" in Frage zu stellen
> die Schulmedizin erkennt ihre eigenen Grenzen nur sehr schwer
> technische Apparate sind wichtig, stehen aber immer zwischen Patient und Arzt
> wir wissen noch lange nicht alles über den Menschen, sonst könnten wir jedem Patienten helfen
> die Schulmedizin erforscht viel zu wenig die Selbstheilungskräfte des Menschen
> Fachrichtungen der Schulmedizin, die einen ganzheitlichen Ansatz haben, wie z.B. die Psychosomatik, werden belächelt und fristen ein kümmerliches Dasein
> die Schulmedizin hat oft ein herablassendes Verhältnis zu Naturheilverfahren
(Heute erkennt man, dass die Schulmedizin durch die allgemeine Kritik doch langsam einen Richtungswechsel vollzieht.)
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